Testberichte

Wainman Hawaii Punch


Wainman Punch

Hinter dem Firmennamen Wainman Hawaii steht ein Team aus echten Pionieren des Kitesports. Neben Franz Orly gilt besonders der Namensgeber Lou Wainman als einer der Begründer des sogenannten Wakestyles im Kitesurfen. Wenig überraschend präsentierten sich daher die ersten Modelle der „Rabbit
Gang“ auch als sehr sportliche Kites, deren Fokus auf der Symbiose aus Freeride und Freestyle lag. Um sowohl eine gute Depowerfähigkeit, aber eben auch eine möglichst gute Eignung für ausgehakte Tricks zu generieren, kommt eine leicht gepfeilte Outline zum Einsatz, die im Auslieferungszustand bei den meisten Hasen von einer V-Waage unterstützt wird. Außerdem war Wainman Hawaii einer der ersten Hersteller, der konsequent auf eine Drei-Strut-Plattform vertraute.

Auch in der zweiten Generation der Rabbit Gang bleiben diese Konstruktionsmerkmale unverändert. Der Fokus lag vielmehr auf der Optimierung der aerodynamischen Eigenschaften, was durch leichte Modifikationen der Struts realisiert wurde, sowie auf der Steigerung der Verarbeitungsqualität und dem neuen Designs. Die wichtigste Veränderung ist allerdings in der vollständig neu entwickelten Carrot-Bar zu sehen. Während das Vorgängermodell nur unzureichende Safety-Möglichkeiten bereithielt, steht nun eine gut funktionierende Frontleinen-Safety zur Verfügung. Aber auch den Bedürfnissen von Freestylern wurde mit diversen Suicide-Optionen Rechnung getragen. Darüber haben die Hawaiianer intensiv an Familienzuwachs gearbeitet. So füllt der neue Punch in 10.5 Quadratmetern die Lücke zwischen dem Smoke (neun Quadratmeter) und dem Boss (zwölf Quadratmeter).

Im unteren Windbereich muss der Punch intensiv bewegt werden, damit er Vortrieb liefert. Die ausgeprägte Agilität erleichtert das Fliegen von Sinuskurven. Ab dem mittleren Windbereich kann der Punch gestellt geflogen werden und läuft dann bei gekonntem Zusammenspiel aus Kitesteuerung und Boardkanteneinsatz effektiv Höhe. Das Wegschieben der Bar vom Körper hat eine spürbare Zugreduzierung zur Folge, führt jedoch nicht zum vollständigen Ausflattern des Kites. Im obersten Windbereich muss daher das Board zum Ausbremsen des Punch eingesetzt werden. Der Windbereich liegt im Mittelfeld. Wie von den übrigen Rabbit-Modellen bereits bekannt, reagiert auch der Punch absolut direkt auf Steuerbefehle und legt eine mittlere bis hohe Fluggeschwindigkeit an den Tag. Das Flugverhalten kann als knackig und sehr sportlich bezeichnet werden. Während der Lift ab dem mittleren Windbereich in ansehnliche Höhen befördert, kommt der Fahrer erst ab dem oberen Windbereich in den Genuss einer stärkeren Hangtime.

Durch die gute Spürbarkeit des Kites sind Sprünge mit Schirmunterstützung äußerst einfach.Bei ausgehakten Sprüngen zeigt sich der Punch von seiner besten Seite. Er positioniert sich noch tiefer im Windfenster und liefert einen explosiven Pop. Fast schon einem C-Kite ähnlich findet dann eine Zugkraftreduzierung statt, die technisch anspruchsvolle Tricks und schnelle Landungen erleichtert. Der Punch gehört zu den Kites mit den wohl umfangreichsten Trimmmöglichkeiten auf dem Markt. Im Auslieferungszustand sind die Frontleinen an einer V-Waage angeknüpft, die durch die Variation der Knotenpositionen und der Anbringung der beiden Schenkel auf der Fronttube die Veränderung des Stands im Windfenster ermöglicht. Zusätzlich steht eine Single-Line- Option für die Frontleinen zur Verfügung. Die Haltekräfte sowie die Reaktivität des Punch können durch drei unterschiedliche Aknüpfpunkte für die Steuerleinen am Tip auf die individuellen Vorlieben angepasst werden. Je nach Trimm des Kites liegen die Haltekräfte im unteren bis mittleren Bereich und steigen bei zunehmendem Wind etwas an. Werden die Steuerleinen an den äußersten Punkten am Tip angeknüpft, liegen die Steuerkräfte im mittleren Bereich und der Kite reagiert sehr direkt auf Lenkimpulse. Enge Radien sind dann kein Problem. Kiteloops sind ein Hochgenuss mit dem Punch, denn nach einem starken Kraftimpuls baut er den Zug so gut ab, dass sie auch im oberen Windbereich leicht kontrollierbar bleiben.

Die extrem gut ausgeprägte Flugstabilität und die effektive Dämpfung von Böen führen zu einem hohen Flugkomfort und gestalten die grundlegende Handhabung des Punch einfach. Die Kraftabgabe erfolgt druckvoll, aber nicht so explosiv, dass es zu einer Überforderung des Fahrers kommen würde. Auch der Wasserstart geht angenehm leicht von der Hand. Über den Zug an einer Steuerleine startet der Punch bereitwillig und schnell aus dem Wasser.

Fazit: Der Newcomer Punch knüpft an die bereits bekannte sportliche Attraktivität der Rabbit-Kites an. Dem liebsten Betätigungsfeld des Namensgebers Lou Wainman folgend, stellt auch der Newcomer eine gekonnte Mischung aus Freeride- und Freestylekite mit markanten Wakestylegenen dar. Für Aufsteiger und Fortgeschrittene mit sportlichen Ambitionen und dem Wunsch nach einer guten Unhooked-Eignung ist der Punch eine exzellente Wahl.

Wainman Punch


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