Testberichte

Slingshot Z


Slingshot präsentiert zum Start der Saison einen neuen Freerider, der die Position des nun eingestellten Key innerhalb der vier Modelle umfassenden Angebotspalette einnimmt. Während der Key neben großen Namen wie Fuel oder RPM eher ein Nischendasein fristete, soll sich der Z deutlich stärker positionieren und die Sparte der Easy-Handling-Kites mit breiter Brust stärken. Bei der Konstruktion setzen die Designer auf eine Drei-Strut-Plattform, die dem Neuen ein geringes Gewicht und damit gute Leichtwindeigenschaften beschert. Durch seine ziemlich gedrungene Outline konzentriert sich der größte Teil der effektiv angeströmten Fläche im Zentrum des Kites. Ein kraftvoller Charakter ist dem Z damit sicher. Während diese Aspekte auch vom Key gut erfüllt wurden, stellt das Flugbild des Newcomers eine deutliche Abgrenzung zum Vorgänger dar.

Auffallend agil und mit höherer Fluggeschwindigkeit ausgestattet, geht die Zielgruppe des Z weit über das Segment der Einsteiger und reinen Cruiser hinaus. Um seine Attraktivität zusätzlich zu steigern, bietet Slingshot den Z zu einem äußerst günstigen Preis an. Mit 1.195 Euro für einen Neuner inklusive Barsystem ist er der mit Abstand preiswerteste Kite der Amerikaner.

Ebenfalls attraktiv ist das Angebot im Paket mit dem Slingshot-Board Crisis für nur 1.385 Euro (in neun Quadratmetern), wobei alle drei Größen (134, 137, 141) des Boards zur Auswahl stehen. Mit außerordentlich guter Leistung geht der Z schon im unteren Windbereich zu Werke. Auch Windlöcher lassen sich durch die herausragende Agilität problemlos kompensieren. Ein, zwei Sinuskurven reichen aus, um den Z effektiv in Schwung zu bringen. Gestellt geflogen macht er ordentlich Meter gegen den Wind und wandert aus eigenem Antrieb weit an den Windfensterrand. Im obersten Windbereich wird die Leistungsabgabe mitunter etwas ruppig, trotzdem lässt sich der Z sehr lange kontrolliert fliegen, was ihm einen wirklich großen Windbereich beschert. Die von Slingshot als Spherical-C Profile bezeichnete Form des Kites baut auf eine markante Pfeilung der Fronttube und verhilft dem Z zu einer guten Depower.

Auch bei komplett vom Körper weggeschobener Bar bleibt die Steuerbarkeit des Kites auffallend gut. Durch die absolut einfache Handhabung sind eingehakte Sprünge mit dem Z ein wahres Vergnügen. Ab dem mittleren Windbereich steht ein kraftvoller, aber in keiner Situation zu explosiver Lift zur Verfügung. Auf der obersten Etage angekommen, bleibt viel Zeit, den Ausblick zu genießen, denn die Hangtime ist beeindruckend. Im unteren Windbereich liegt der Fokus eher auf den sportlichen Cruisereigenschaften, weil dem stark gepfeilten Z dann noch keine Höhenflüge zu entlocken sind. Die Leistung bei ausgehakten Sprüngen ist hingegen eher mäßig. Der Pop liegt im untersten Mittelfeld, reicht für erste Unhooked-Tricks wie Raleys aber absolut aus.

Wer beim Kiten gern etwas in der Hand hat, wird den Z lieben. Die mittleren Steuer- und Haltekräfte verhindern ein leichtes Versteuern des Kites, was den Charakter sehr einsteigerfreundlich hält. Die Arbeit an der Bar ist aber keineswegs so aufwendig, dass sie zu schneller Ermüdung auf dem Wasser führt. Entsprechend definiert verhält sich auch der Druckpunkt, der sehr gut spürbar ist und nicht zum Wandern neigt. Das Drehverhalten liegt in der absoluten Spitzenliga und verleiht dem Z ein sportlicheres Flugbild als dem Key. Extrem zügig zirkelt der Kite auch durch engste Turns und dreht dabei absolut rund über das Tip. Sowohl beim Sinussen als auch bei schnellen Richtungswechseln eine echte Freude. Wer gern in kleinen Nord- oder Ostseewellen kiten geht, wird, egal ob mit einem Twintip oder einem Surfboard, mit diesem Kite viel Spaß haben. Für lange Down-the-Line-Ritte mit schwebendem, aber drucklosem Kite ist die Tendenz zum kompletten Ausflattern beim Depowern zu stark ausgeprägt.

Der Fahrkomfort fällt durchgehend hoch aus und macht die Handhabung des Z für jedermann einfach. Nur in stark böigem Wind ist ein gutes Depowermanagement an der Bar erforderlich, da intensive Böen druckvoll und direkt in Vortrieb umgesetzt werden. Der Wasserstart erfolgt denkbar einfach über den Zug an einer Steuerleine.

Fazit: Der neue Z ist eindeutig mehr als nur ein Nachfolger des Key. Einfachste Handhabung trifft auf einen großen Windbereich, satte Sprungleistungen und die wohl am intensivsten ausgeprägte Agilität aller Slingshot-Kites. Damit werden deutlich mehr Fahrer angesprochen als mit dem Vorgänger. Freerider bekommen einen leicht zu fliegenden Kite, aber auch Fahrer mit sportlichen Ambitionen kommen voll auf ihre Kosten. In kleinen Wellen kann er zudem mit seiner hohen Fluggeschwindigkeit und den schnellen, engen Turns überzeugen.

Slingshot Z Detail


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