Testberichte

Ozone C4


Mit dem C4 hat die neuseeländische Firma Ozone bereits in der vorletzten Saison einen Volltreffer gelandet. Im aufstrebenden Segment der sogenannten Open-C-Kites kam er nach dem RPM, der diese Kitekategorie begründete, auf den Markt, war aber alles andere als eine simple Kopie des Vorreiters. Mit großer Vielseitigkeit, einem sehr ausgewogenen Flugverhalten und wahrhaft sportlichem Charakter trat er auf die Bühne und konnte vom Start weg begeistern. Obwohl sich Ozone gerade offiziell davon verabschiedet hat, im Zwölf-Monats-Zyklus Nachfolgemodelle ihrer Kites präsentieren zu müssen – so sollen tatsächliche Fortschritte in der Entwicklung gewährleistet werden –, kommt bereits jetzt ein überarbeiteter C4 auf den Markt.

Ein vollkommen neues Produkt ist aufgrund des großen Zuspruchs natürlich nicht zu erwarten. Vielmehr wurde der Kite in einzelnen Details optimiert, wodurch das ohnehin gute Flugbild nochmals gesteigert worden sein soll. Bei den großen Modellen wurde Wert auf die Steigerung der Agilität gelegt, was in Kombination mit einem überarbeiteten Profil für eine bessere Leichtwindleistung sorgen soll. Außerdem haben die Entwickler den Durchmesser der Fronttube leicht erhöht, um dem Kite einen steiferen Rahmen zu verleihen.

Bereits im letzten Jahr bot der C4 zwei verschiedene Flugmodi: Freestyle und Freeride. Durch simples Umknüpfen zweier Knoten der Waage in der Mitte der Fronttube ist diese Modifikation auch 2012 in wenigen Sekunden vorgenommen. Für die Freeride-Einstellung wird der jeweils untere Knoten, also der näher an der Fronttube liegende, gewählt. Auf diese Weise besitzt der Kite geringere Barkräfte und eine gesteigerte Depowerkapazität. Für den Freestylemodus wird der jeweils äußere Knoten gewählt. Dann steht der Kite ausgehakt etwas tiefer im Windfenster und liefert so mehr Pop.

Die Überarbeitung des Profils macht sich im unteren Windbereich sofort bemerkbar. Wird der C4 mit einigen Sinuskurven beschleunigt, kann er sofort gestellt geflogen werden. Die konstant anliegende Strömung ermöglicht auch an der Gleitgrenze Höhelaufen durch Sinuskurven. In diesem Punkt ist eine klare Steigerung zum Vorgänger erkennbar. Schon im unteren Windbereich steht ein ansehnlicher Teil des Leistungsrepertoires zur Verfügung. Im obersten Windbereich muss die Boardkante zum Einsatz kommen, um den C4 an den Windfensterrand zu drücken.

Beim Springen zeigt der Kite überraschend viel Power. Bereits im unteren Windbereich steht ein guter Lift zur Verfügung. Das gesamte Spektrum ist dann ab dem mittleren Windbereich nutzbar Explosiv trägt der Lift in ordentliche Höhe und auch die Hangtime fällt für einen Kite dieser Kategorie überdurchschnittlich gut aus. Durch die harmonische Abstimmung des Flugverhaltens und des Bargefühls bleibt der C4 dabei gut beherrschbar und die Leistung ist auch mit wenig Erfahrung abrufbar. Ausgehakt positioniert sich der Kite optimal im Windfenster und liefert ordentlichen Pop. Die Leistungsspitzen liegen in der obersten Etage und auch die Zugkraftreduzierung nach dem Absprung ist so ausgeprägt, dass echtes C-Kite-Feeling aufkommt.

Das Bargefühl wird sowohl Freerider als auch Freestyler begeistern. Ein gut spürbarer Druckpunkt, die optimale Rückmeldung über den Stand des Kites und die ausgeprägte Reaktivität lassen beim Komfort keinen Wunsch offen. Ab dem mittleren Windbereich steigen die geringen Haltekräfte leicht an, während die im unteren Mittelfeld liegenden Steuerkräfte durchweg konstant bleiben (Freeride-Einstellung). Wer höhere Barkräfte wünscht, kann den C4 im Freestylemodus fliegen.

Die Leistungsabgabe erfolgt beim Cruisen immer linear und gut vorhersehbar. Auch in Böen zeigt sich der Kite durch die effektive Depower höchst komfortabel. Sogar bei Starkwind reicht ein mittleres Fahrkönnen aus, um den C4 zu bändigen. Obwohl er tiefer im Windfenster steht als ein klassischer Freerider, stellt Höhelaufen keine Herausforderung dar. Und auch der Start aus dem Wasser erfolgt denkbar einfach über den Zug an einer Steuerleine. Steuerbefehle werden vom C4 in beiden Flugmodi unmittelbar umgesetzt. Turns vollzieht er in mittleren Radien absolut rund. Wie bereits im Vorjahr zeichnet sich das harmonische Drehverhalten auch durch einen sauberen und sehr kraftvollen Zugverlauf bei Kiteloops aus. Trotz der enormen Power lässt er sich dabei so gut kontrollieren, dass Kiteloops zu einer wahren Freude werden.

Fazit: Auch 2012 kann der C4 als Allroundkite für ambitionierte Kiter überzeugen, die einen Schirm für Unhooked-Manöver suchen, trotzdem aber nicht auf starken Lift und Hangtime verzichten wollen. Die leichten Veränderungen an der Tube und dem Profil steigern den Komfort durch eine noch besser anliegende Strömung und sorgen für einen spürbar stabileren Stand des Kites bei inkonstanten Windbedingungen. Der perfekte Schirm für Kiter, die sportlich gesehen große Ziele haben, dabei aber nicht auf bestmöglichen Komfort verzichten wollen.


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