Testberichte

North Jaime


North JaimeDas älteste und erfolgreichste Board in der Geschichte von North Kiteboarding geht 2012 mit einem sehr sportlichen Charakter ins Rennen. Die Zielgruppe wird aber wie gewohnt beibehalten. Als Freerider ausgelegt, setzt das aktuelle Modell auf eine sportlich abgestimmte Rumpfkonstruktion und soll damit auch im Freeund Wakestyle ein optimaler Begleiter sein. Verglichen mit dem Select ist das Jaime ganze 270 Euro günstiger, dafür finden sich im Rumpf aber auch keine edlen Karbonfasern.

Als Resultat fällt die Dämpfung geringer aus, der Pop über die besseren Rückstellkräfte jedoch höher. Das Gewicht konnte verglichen mit dem 2011er-Jaime leicht reduziert werden und um den Fahrkomfort noch besser zu gestalten, ist das Board jetzt etwas stärker aufgebogen. Wie beim Select stehen ebenso für das Jaime die Intity- oder die Vario-Bindungen zur Auswahl. Frei und ohne Schwierigkeiten gleitet das Jaime auch bei geringem Kitezug problemlos an. Zudem beschert ihm die relativ flache Bodenkurve eine ordentliche Beschleunigung, die in einer hohen Endgeschwindigkeit gipfelt.

Die Kontrolle des Boards ist auch dabei denkbar einfach. Die konstante Führung ermöglicht es sogar Fahrern unterer Könnensstufen, das sportlich abgestimmte Jaime zu bändigen. Unterstützt durch den von North im vergangenen Jahr eingeführten Double-V-Unterboden ist die Laufruhe hervorragend. Erst bei starkem Kabbelwasser kommt das sportliche Fahrwerk zum Tragen. Zwar schaukelt sich das Board dabei nicht übermäßig auf, leichte Schläge sind dennoch spürbar. Verglichen mit dem Karbonboard Select ist das Jaime deutlich straffer und sportlicher abgestimmt.

Durch das harmonisch abgestimmte Zusammenspiel aus Kanten- und Finnengriff ist der Absprung äußerst leicht zu finden. Bei ausgehakten Manövern fordert das Jaime eine kraftvolle Fahrweise und stellt dann einen Pop zur Verfügung, der in der obersten Leistungsklasse angesiedelt ist. Trotz der stets vorhandenen Führung durch die Finnen ist beim planen Drehen auf der Wasseroberfläche lediglich ein mittlerer Widerstand zu überwinden. In der Kurvenfahrt zeigt sich das Board bissig. Sogar enge Radien sind mit vollem Zug auf der Kante zu meistern, ohne dass maßgeblich Geschwindigkeit eingebüßt wird.

Das 2012 neu eingeführte Track-System ermöglicht eine stufenlose Verstellbarkeit des Stance (Abstand zwischen den Fußpads) und bietet in Verbindung mit der neuen Entity-Bindung ein Höchstmaß an Variabilität.

Fazit: Geringeres Gewicht und gesteigerte Sportlichkeit: Das 2012er-Jaime spricht noch stärker die sportlich ausgerichteten Kiter an als sein Vorgänger. Als klare Abgrenzung zum North Select verfügt es über noch bessere Sprungleistungen, die jedoch auch eine kraftvollere Fahrweise voraussetzen. Trotzdem hat sich die älteste Boardlinie von North nicht zu einem reinen Spezialisten entwickelt. Durch die guten Gleiteigenschaften und die einfache Handhabung können auch Ein- und Aufsteiger zweifellos zum Jaime greifen. Wobei die Kernzielgruppe eindeutig fortgeschrittene Fahrer sind, die ihrem Board das Äußerste abverlangen.

North Jaime


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