unity Testberichte

Flysurfer Unity


Der mit Sicherheit oft nicht einfache Weg, in Sachen Kitesystem gegen den Strom zu schwimmen, scheint sich für Flysurfer auszuzahlen. Immer mehr Softkites aus der Grassauer Ideenschmiede zieren mittlerweile den Kitehimmel. Speziell bei Leichtwind gilt die Marke als Referenz. Nach diesem Erfolg wird es nun höchste Zeit, das inzwischen etwas in die Jahre gekommene Einsteigermodell Pulse2 zu ersetzen und auch im restlichen Windbereich Akzente zu setzen … Mit einem neuen Kite namens Unity.

Der Unity zielt speziell auf Einsteiger, Freerider und alle ab, denen Kitesurfen nicht einfach genug sein kann. Das merkt man dem Schirm vom ersten Moment an. Moderates Drehverhalten, Depower bis zum Abwinken und ein sanfter Druckaufbau zeichnen diesen Schirm aus. Sobald man die Bar wegschiebt, reduziert sich der Schirmdruck durch das innovative Depowersystem, welches wir bereits vom Psycho4 und dem Speed3 kennen, auf ein Minimum. Das Lowend kann zwar nicht mit einem Hochleister wie dem Speed3 mithalten, doch lässt sich der Schirm dafür unglaublich lange entspannt fahren. Die Barkräfte wurden zugunsten eines besseren Feedbacks auch ein klein wenig erhöht, befinden sich aber immer noch auf dem geringen Niveau, wie man es von Flysurfer kennt. Der Schirm dreht dabei sehr sauber und ohne, zum Beispiel beim Sinuskurven-Fliegen oder einem Kiteloop, unten hängen zu bleiben. Den Unity aus dem Wasser zu bekommen, ist kein Hexenwerk.

Befindet sich der Schirm im äußeren Bereich des Windfensters, reicht es, die Bar loszulassen. Liegt er in der Powerzone, funktioniert der bewährte Rückwärtsstart an beiden Steuerleinen hervorragend und bei genug Wind reicht der Zug an einer Leine. Will man hingegen selbst aus dem Wasser, sprich springen, so hilft einem die große Depowerfähigkeit des Schirms. Somit benötigt man keine besonders gute Technik, um mit einem Unity zu springen. Fliegt man den Kite dann in seinem oberen Windbereich, so überrascht die Sprungperformance sehr, insbesondere angesichts der sonst so verzeihenden Eigenschaften. Dass der Schirm nicht in erster Linie für Freestyler und die Unhooked-Fraktion entwickelt wurde, sollte jedem Käufer bewusst sein, auch wenn sich die geringe Backstallneigung von Railey bis S-Bend oder bei ausgehakten Kiteloops positiv bemerkbar macht.

Eine besondere Neuerung, die mit dem Unity vorgestellt wird, ist die neue Infinity 2.0 Bar. Diese dreht, wie wir es schon von der ersten Version der Infinity kennen, komplett aus. Herzstück dieser Bar ist ein neuer Chickenloop, der nicht nur überaus kompakt, sondern auch höchst funktionell ist. Er erfüllt die französische Norm und löst auch nach Misshandlung mit viel Sand zuverlässig aus. Trotz dieser geringen Auslösekräfte hatten wir keinerlei Fehlauslösung zu verzeichnen. Neu ist auch, dass die Tampen, die durch die Bar gehen, sehr dicht beisammen liegen und nun hintereinander und nicht mehr nebeneinander angeordnet sind. Somit ist es fast ausgeschlossen, mal versehentlich einen Finger in die Tampen zu bekommen. Die Öse in der Bar ist so gestaltet, dass das Depowern selbst bei eingeschlagener Bar sehr gut funktioniert. Die Leichtgängigkeit dieser Bar zeigt sich auch beim Ausdrehen. Im Gegensatz zum Vorgängermodell braucht man deutlich weniger Kraft, wenn man die Leinen entdrehen möchte. Was ebenfalls neu ist, ist ein verschiebbarer Stopper, falls man die Bar angepowert parken möchte.

Fazit: Wer ängstlich ist, wem Kitesurfen zu kompliziert ist oder wer einen unglaublich entspannten und stressfreien Kite sucht, der findet im Unity möglicherweise genau das, wonach er schon immer gesucht hat. Weicher Druckaufbau, enorme Depower, ein sicheres Fluggefühl und einfaches Handling ist das, was den Unity besonders auszeichnet. Das Barsystem, welches mit dem Unity eingeführt wird, überzeugt auf Anhieb und setzt in den Bereichen Komfort und Sicherheit entscheidende neue Akzente.


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